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Roland Graeter Roland Graeter
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#360 im heisenberg mit rui faustino und sylvia hinz
mitten rein ins vergnügen, und ein vergnügen ist's...naja, und es klingt wie eine probe, dann aber doch weiter, eine schöne mischung zwischen musik und dem reinen nichts...
dicht, leicht...rui scheint dafür verantwortlich, vielleicht auch die professionalität von sylvia, die so ganz anders musiziert als sie ist. in der musik ist sie wirklich sehr frei und mutig und gelassen und unkonventionell. wir drei passen da sehr gut zusammen, was man in der halben stunde vor dem konzert nicht ahnen konnte. 

dynamische wirbel, lange, verzwirbelte phrasen in respektvollem nebeneinander, hören und gut sein lassen,
neue musik mit drive, mit operettencharme, mit ernsthaftem gestaltungswillen, mit dichte, mit der nähe zum überfallenen hühenerstall oder hünengrab, beides ist drin, verhuschte leichte, aber auch schwere brocken, megalithen, die wegdiskutiert werden. nein, heben können wir mit dieser musik keinen schweren schatz, wir können damit meteoriten vom himmel in den pazifik platschen lassen, ach, ich armer schreiberling bin auf der falschen fährte...kurz und gut, ich finde, das ist rui faustinos musik,  er hält das alles so unglaublich elegant zusammen, was hier passiert, dass es eine freude ist. auch mit seinen stimmeinlagen überzeugt er....
und das wichtigste: dieses konzert bleibt spannend. ist ein block, klar, leicht, witzig, hat rhythmische elemente, groteskes...nichts ist überzogen, alles harmoniert.

ich glaube, das ist eines meiner lieblingskonzerte.














#362 mit christine kallfaß im café mauerwerk berlin-moabit
ein verstimmtes piano, auf dem schön verträumt geklimpert wird, cello und stimme übernehmen, mischen sich darunter, irgendwann will die stimme mehr, führt durch gepresste lautstärke, dann durch eigenwilligkeit, bis das klavier verstummt und die stimme von christiane auch nach vorn will. 
dann ihre solistisch-theatralische vorführung vollführt, im raum umherschwirrt, bis ich dann wieder mitmische, aber zurückhaltend. mir kommt da etwas entgegen, das für mich zu viel theater ist...aber es nützt nichts, christine will feuer, hechelt, ich schlage ein lied vor, mal sehen, wie sie reagiert. man hört immerzu die leute in der kneipe, was ich gerade heute unerträglich finde, auch den rauch, der ins hinterzimmer fliesst und uns zu ersticken droht.
wenn ich jetzt singe, dann lacht christine als antwort, lacht immer mehr, gut, dass da noch das klavier mit dabei ist, 
ein duo aus cello, klavier und gelächter...es geschah zu jener stunde...rezitiert sie, und:
im schnee, wollmantel, tired, müde, weisser schnee, zauberland, weiss war mal, war gestern...unerträglich wie dieser rauch.  so mit worten zu spielen trägt nicht unbedingt zu befreiter musik bei. in mir steigen da beklemmungen auf. wenn man in der kunst was zu sagen hat, dann doch dezidiert lyrisch? gilt doch dasselbe wie in der musik!




#359 mit rob und silvia bauer in röttenbach
das konzert am 1. weihnachts-nachmittag mit bauer und bauer. sylvia rechts von mir, perkussion und balafon, rob, links, posaune. kontrabaßposaune. man könnte natürlich nach irgend etwas weihnachtlichem suchen. aber nach fünf minuten stacksen wir noch wie störche durch schnee oder stroh und suchen nach dem baby, das doch unsere musik sein soll. rob spielt das laute, schwerfällige tier. als er dann einmal stoppt, kommt es mir, obwohl silvia und ich einfach weiter-musizieren, plötzlich ganz leise vor im raum. diese kontrabass-posaune hat einfach power.
für weite strecken zeigt sich: silvia ist fürs filigrane, rhythmische, virtuose zuständig, rob macht daneben in aller ruhe sein ding.

irgendwann viel später schwingt sich alles auf einen rhythmus ein. vielleicht ein klitzekleines stückchen
nach 22 minuten ist das konzert aus meiner perspektive dann doch hörenswert.

es folgt ein kurzes solo von mir.

dann scheinen die unvereinbarkeiten für einen moment vergessen, doch nach ein paar minütchen später tauchen sie  wieder auf. 

break. noch ein solo. pizzikato.

am besten ist wohl ein kurzer teil nach etwa 30 minuten spielzeit. ganz schön wild...

ich kann mich nicht entscheiden, ob ich mich an silvia rechts oder rob links orientieren soll. suche halt, kann aber keinen finden. die beiden musiken in meinen ohren klaffen weit auseinander. 
ich purzle durch...bis zum ende,wo alles etwas gemächlicher wird, meine stimme getragener.
 
dennoch bleibt das konzert zerrissen...











#358 hl.abend bei klara li
anfangs ein bisschen zögernd, leicht bis schön. gut, dass der e-bass die leichtigkeit ein bisschen beschwert. ich bin rhythmisch gestimmt, dringe damit aber nicht durch. dann inspiriert mich die singende säge und klaras gesänge. der bass grummelt tief, die säge quietscht, dass es einem kalt den rücken runterläuft.  niemand gibt eine richtung an. 
allerdings kommt in das frei schwebende quintett mehr und mehr virtuosität, dann eine kurze, dichte passage. klaras einsatz irritiert mich jetzt. besser gesagt immer dann, wenn ihre stimme nach kindertheater klingt. glücklicherweise nicht allzu oft.

jetzt hört man die trompete von esther chandra halim. ihre einsätze tun unserem ensemble sehr gut, beruhigen es.  das kann man leider vom bassisten nicht sagen. er ist zwar sehr <gut> auf seinem instrument, hält uns aber nicht zusammen. ich kanns heute auch nicht. und serjoscha auch nicht. an serjoschas sägen ist einfach der klang geil. diese klänge vermitteln eine mischung aus experimenteller elektronik-und metall-werkstatt.

der japaner ist vom e-bass auf den kontrabass umgestiegen. 
er nimmt immer mehr die funktion des zerstörers bzw. des irritators ein. 

inzwischen sind wir ziemlich wild, laut und etwas kindisch geworden.
das horn? spricht. das passt gut und schiebt den vortrag wieder mehr ins ernsthafte. mit der trompete driftet das ganz und gar in freejazz hinüber. 

dann blubbernde sounds und zwei bässe...

so richtig finden wir nie zusammen...immer fast, es hätte immerhin gut sein können.

dennoch lohnt es sich, das konzert anzuhören. es gibt immer wieder über ein paar minuten stimmungen, die unbeschreiblich sind. 
z.b. bei minute 30. da wirds plötzlich meditativ, alle bemühen sich um geräusche und ich pfeife völlig unperfekt. dann zwischen all dem ein cello-solo...plätschern.  pause bei 35 minuten. 

die trompete führt das konzert weiter. es findet so etwas wie ein dialog zwischen trompete und meiner kleinen bambusflöte statt. 
schöne stelle bei 37 minuten 40 sekunden, nach dem huster.
bis 38.40. dann ist schluss. 

zugabe: ein riesen-chaos mit digitalen aussetzern!

 





#259 autumn leaves festival mit parageet b. kircher alt-saxophon
nach der tausendfüßler-geschichte von festival-chef dieter halbach, eine ziemlich ausgedehnte nacherzählung einer geschichte von michael ende...der bogen zur improvisierten musik wird  mächtig spannt! 

dann endlich gehts los. stimme und cello und saxophon hören sich verstärkt nicht schlecht an, guter sound, kein hall...
gute verzahnung von uns beiden, eine reise am rande der musik, aber immer schön knackig...am ende wird alles etwas saxophon-lastig und für meinen geschmack kommen zu viele klischees mit rein...jedenfalls ist der erste teil unserer begegnung ist richtig gelungen! 





#337 solo weinbergstrasse potsdam

meine musik ist so etwas wie eine anti-musik. etwas, was sich der  volltönenden, geschliffenen, absichtsvoll emotion erzeugenden musik genauso in den weg stellt wie der vorwiegend mit berechnung und intellekt erzeugten.

eine etwas dumpf und sprachlich  klingende musik. 

in ihr steckt ein credo für  "back to the roots", für musik purer, animalischer kraft und libido.

 

die heftige spannung in dieser musik, die hörbar als frenetisches zittern durchschlägt, endet immer wieder in erschöpfung oder sie flaut in gelassene ruhe ab.

ihre ungeschliffene, manches mal bis ins groteske und theatralische ragende seite verstärkt die wahrnehmung ihrer anderen; die ihrer sensiblen vielfalt und vitalen klarheit.

ich spiele rau auf einem als sanft geltenden instrument. ich singe mit einer farbigen stimme, die ursprüngliches, freudiges und schmerzvolles in sich birgt.  

der musikmarathon 2011 ist ein projekt, diese musik in der begegnung mit anderen improvisationskünstlern weiterzuentwickeln. 

erstes motiv ist es aber, mit diesen 365 ad-hoc-konzerten einmalige, unvergessliche hörerlebnisse zu schaffen. es ist meine überzeugung, dass unsere musiklandschaft  diese improvisatorische würze täglich nötig hat.


aus dem booklet meiner 2.cd "nachtgesänge und ekstasen":

vor allem interessiert mich die musikalische erzählung im umkippen zur ekstase, das stolpern in den rhythmen und das spiel zwischen verzahnung und unabhängigkeit von stimme und instrument.

der gegensatz archaisch/artifiziell ist dieser musik eigen. er drückt sich in selbstvergessenen liedern, rufenden rezitationen, verhextem lachen auf der archaischen und in gesetzten reibungen, luftigen largos oder gehauchter akrobatik auf der artifiziellen seite aus.

beim singen verwende ich meist nonsens-artikulationen, die hin und wieder spielerisch übers horchen in den sinn rücken, beim cello verschiedene stimmungen und in der perkussion außer den instrumenten (darbuka, kalimba, tambourin) allerhand krimskrams und häufig die hände und die nackten füße.

das kommt dem anspruch, meine kompositionen aus dem moment heraus entstehen zu lassen, entgegen, obwohl es sich andererseits nicht vermeiden lässt, dass durch die ständige praxis dieser musik so etwas ähnliches wie ein repertoire entsteht. 

im wesentlichen versuche ich, bei konzerten immer wieder ganz neu in unbekannte wasser zu springen um dort den schon ganz zu beginn erspürten harakter einer improvisation zu entfalten.

  


roland graeter
+49 178 1364746
roland.graeter@gmx.net
www.musikmarathon.com
www.vimeo.com/9573170
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#341


seit mitte der 80er jahre vertieft sich roland graeter  mit seiner musik für cello und stimme in ein ganz eigenes universum.

mit der stimme spürt er nuancen sprachlicher und vorsprachlicher äusserungen nach. 

diese onomatopoetischen recherchen mischen sich mit huschenden, virtuosen oder rauen miniaturen auf dem cello. bisweilen steht das cellospiel graeters ganz im vordergrund und wird nur spärlich und wie beiläufig durch seine stimme ergänzt.

einen weiteren schwerpunkt von graeters musik findet man in liedhaften vorträgen, die teils afrikanisch, teils asiatisch anmuten und häufig von einem stolpernden puls begleitet werden.

diese in graeters solokonzerten eingeschobenen <lieder> wirken wie inseln der ruhe in seinem ansonsten eher aufwühlenden und sehr dichten solovortrag.  

obwohl graeters arbeit komplett improvisiert ist,  ist sie  weit davon entfernt, beliebig zu sein. durch die bedingungslose intensität der konzerte nimmt es der zuhörer ihm ab, dass diese musik genau so und keinesfalls anders ablaufen muss. 

insofern könnte man hier ausnahmsweise einmal von tatsächlichem< instant composing> reden;
und das umso mehr, da graeter sein musikalisches material eher vertikal auslotet und weniger horizontal ausbreitet. 

diese tatsache verleiht dieser musik bisweilen auch etwas meditatives. dennoch hat sie durch ihre starke physische präsenz und der völlig im einklang zur musik stehenden körpersprache nichts heiliges an sich.

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#344 solo weinbergstrasse potsdam
"graeter macht musik, wie wenn er sich als zitronenhälfte sähe, die er gerade selber ausquetscht. na und? wir haben es genossen, ihn so in aktion zu sehen, einer, der weiss, dass er die letzte musik aus sich hervorpresst. es hört sich an wie eine der letzten echten musiken dieser welt.

den eindruck von ausgepresster, letzter musik hat man vor allem dadurch, dass graeters improvisationen sich immer am rande des klanglichen bewegen. sein cello klingt trocken, seine stimme sprachlich und alles schreit; auch seine leisesten, entspanntesten lieder lassen diesen schrei noch ahnen.  

wir gewinnen den eindruck, dass diese soeben entstandene musik nicht nur den moment zelebriert, sondern auch anklagt, unsere satte kultur mit den letzten mitteln verzweifelten kunstwollens anklagt.

verblüffenderweise gerät graeters performance dennoch zum genuss: eine kugelfisch-mahlzeit." 

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#289 im museum KIT (kunst im tunnel) in düsseldorf
ich fahre in dresden noch bei dunkelheit los richtung düsseldorf, über 600 km zum nächsten konzert, das um 17 uhr im GALERIE CAFE  des KIT düsseldorf beginnen soll. organisiert hat das die klarinettistin maryanne piper für uns.  ich bin schon kurz nach 11 an diesem schicken  ort am rheinufer. es ist sonntagmorgen, noch kühl, aber ein sonnentag. für einen ausgedehnten spaziergang ist genug zeit und ich schlendre übermüdet die uferpromenade entlang. links der rhein mit frachtern und vergnügungsschiffen, rechts glotze ich auf aufgeblasene kühlerhauben glänzender, neuer, teurer autos. in dümmlichem design glotzen sie schnauze an schnauze zurück, als hätten sie sich zum gruppenfoto unserer globalen reichengemeinschaft eingefunden. in mir steigt eine mischung aus faszination und ekel auf, wobei zweiteres gefühl von schritt zu schritt mehr überwiegt. 

ich sollte über musik schreiben. 


 


 
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#288 starke fotografen, louisenstrasse 6, dresden-neustadt mit marcous albinoni, trompete
im schaufenster in der galerie gaia, wo ich jetzt schreibe, plätschert ein springbrunnen und draussen in der neustadt findet man keine parkplätze. samstagnacht. unser konzert hat viertel nach acht begonnen, schönes licht, wir sind bei fotografen, von der wand schauen gesichter, uns im nacken und auch gegen das spärliche publikum. wie immer macht mir das nichts aus.

herr und frau starke, beide sehr angenehm, entschuldigen sich, dass so wenige gekommen sind.

marcous, dunkle, längere haare, ist einer der wenigen musiker, die nicht üben oder spielen vor dem konzert.
das finde ich sehr angenehm. auch die paar sprüche, die er von sich gibt, machen ihn sympathisch. viertel nach acht legen wir los.

ein aufmerksames konzert, cello und trompete und stimme verbinden sich gut. auch unser timing ist gut zusammen. ausgewogenes, intensives.

anschliessend viele interessierte fragen zu meiner reise. ich berichte ziemlich ausführlich. auch marcous mischt sich ein, als es um die kunst der improvisation geht: er sagt, man dürfe die improvisationskunst nicht verraten, indem man parallel auch andere musik spielt.

diesen standpunkt teilen viele musiker sicher nicht ,ich schon. man muss immer weiter in sich hineinhorchen und gleichzeitig immer weiter in die ferne horchen. und das instrument spielen lassen, was es will. du wirst merken, dass es jeden tag etwas anderes spielt.





#287 und vorige
ich melde mich zurück weil ich wieder blitzgesund bin. unterbrochen habe ich den marathon keineswegs, doch war es mir in letzter zeit nicht möglich, täglich die konzert-mitschnitte anzuhören und darüber zu berichten. das kommt noch, doch im moment geht es erst mal mit allgemeinen eindrücken weiter, ohne dass ich allzusehr auf die abendlichen marathon-konzerte eingehen werde. 

dresden neustadt ist trotz chronisch wenig zuhörern ein mekka für mein projekt. überall öffnen kleine galerien, privathäuser, stadtteilhäuser mir die pforten und musiker finden sich auch. und erstaunlich gute. 
das ist schon meine fünfte marathon-zeit in dresden. 
(1) am 18. april gings in der blauen fabrik mit der gruppe palawa und konzert #108 los, dann die #109 in einer kunstschreinerei mit walburga walde, dann wieder weg aus dem schönen dresden, doch 9 tage später für die #118 mit günter baby sommer schon wieder zurück (2) in der galerie beyer, tags darauf  treffe ich bei der #119 auf carola lampe's ausdrucksmalen im gleichnamigen atelier, die #120 mit walburga walde und martin schulze im trio in der galerie von martins mutter. dann umkreise ich dresen für die konzerte #121,122,123 und 124 (bei obart im grenznahen kirschau), und lande mit 125 (moritzburg) und 126 (bärwalde) schon fast wieder in dresden, entferne mich wieder nach bautzen, leipzig und riesa und bleibe in dieser ländlichen gegend (prösitz, oschatz, mutzschen)für die nächsten drei tage.
es ist jetzt schon fast mitte mai und der 13.5. führt mich nochmals ganz weit nach osten, nach görlitz. dann leipzig.
zum abschluss der zweiten ost-serie des marathon spiele ich mit dem phantastischen max loeb im friedrichszentral. einmal nicht in dresden neustadt, sondern in dresden linkselbisch. 

das nächste mal (3) steure ich dresden am 14. august zum konzert #226 mit dem posaunisten günter heinz an, bleibe im grossraum und spiele die #227 mit leuten der lebenstraum-gemeinschaft jahnishausen. für die #228 bin ich mit dem cellisten ulrich thiem im alten wettbüro in dresden verabredet,
tags darauf mit axel kabbe im kukulida (#229) und die #230 spiele ich solo auf einer party im wachwitzer weinberg. 

dann stelle ich am nächsten morgen um 7 mein projekt in stuttgart bei einem unternehmerfrühstück vor, und bin für den folgenden abend schon wieder zurück in dresden (4). schon wieder ein solo und schon wieder bei privat. in einem garten direkt an der elbe. dort übernachte ich auch. im freien am feuer. 
gut durchgeräuchert treffe ich um 14 uhr im schauspielhaus dresden ein, um auf meine zwei minuten supertalent-show (#233) vor der dieter bohlen-plus-zwei-damen-jury zu brillieren. 

weder den dreien noch dem publikum kann ich das marathon-projekt schmackhaft machen,  für mich war es ein eleganter und amüsanter reinfall, den ich voll ausgekostet habe.
 
bevor ich am nächsten morgen vom artotel aus weiter nach berlin reise, tröste ich beim frühstück einen gestern bei supertalent durchgefallenen und völlig zerknautschten massen-animateur, der mit seinem
zicke-zacke-zicke-zacke-hoi-hoi-hoi-gebrülle noch weniger erfolg hatte als ich mit meiner sperrigen improvisationsmusik.

(5)...ja, und mit dem konzert#285 im stadteilhaus im theater wanne komme ich mit dem musikmarathon schon zum fünften mal nach dresden, diesmal quer durch die republik direkt aus duisburg (#284 solo dellstrasse). 

nach diesem konzert mit agnes ponizil und ulrich thiem gelingt es mir mit hilfe von axel kabbe, mit dem ich konzert #229 gespielt hatte, die konzerte #287(gestern) und #288 (heute abend) zu organisieren.  ulrich thiem sorgte vorgestern für das trio-konzert #286 in seinem hause mit dem wunderbaren pianisten andreas scotty böttcher.

ja, dresden mag den marathon, und vielleicht sind ja aller guten dinge sechs?  

  


 
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#258 mit mitgliedern der impro-werkstatt autumn leaves
onomatopoetisches chill-out. dann eine lange schwingende saite. entspannte töne aus meiner kehle, ein melodiebogen in die höhe. 
die mitmusiker bleiben zunächst meditativ, monochord-orientiert,  die maskenträger, von denen es hier einige geben muss, sehe ich nicht. eine maske, die sich über längere zeit neben mir plaziert, bekomme ich dann doch irgendwann mit. wo kommt nur dieses saxophon her? 
meine reaktion auf die etwas zögerlich-behutsame meditationsmusik ist dann irgendwann ein kurzes, eklig-atonales solo:  danach löst sich die stimmung, manche halten sich an einen rhythmus, einige werden mit der stimme mutiger, es gelingt flüssige lautmalerei, cello und saxophon finden sich zusammen und klingen zusammen in die stille aus.  eine stimme aus der ferne, hoch, eine zweite, zart, perkussive nebengeräusche, die tupfenartig die die verträumt vor sich hinsingenden untermalen.
 
dann finden sich verschiedene flöten-töne und regen ein reges sprach-singgemisch an, das von so ziemlich allen mitgestaltet wird...
ein weiteres lautmalerisches gebilde regt dieses mal eine männerstimme an, mit mir zu kommunizieren.  zweites flöten-pfeifen-raschel-meer: mehrmals taucht ein rhythmus auf, der sich erstaunlicherweise nicht etablieren kann...


 
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#257: cellialog mit willem schulz in der capella hospitalis, bielefeld
in der capella hospitalis erwartet uns ein sehr umsorgtes, meditatives ambiente. wir stellen die stühle für die zuhörer  in fischform um uns herum und beginnen nach zwei einführungsreden ziemlich expressiv. ich mit stimme, willem kongenial mit dem cello dazu. mit sehr breiten strichen. 
immer wieder kurze cello-duos, beide mit ähnlicher spielweise, verschmelzend.
 
sehr leise stellen, dann eine lange pause: 
ein langer teil, ausschliesslich mit den beiden celli, schliesst an und geht in einen ruhigen teil über, bei dem wir beide auch singen.

dann lege ich das cello weg.  stimme und flöte. willems cello  geht in den flageolet-modus...

die presse schreibt < wie zwei balgende jungbären>. wohlgefühlt haben wir uns bei diesem konzert. aber es war doch noch ein bisserl mehr. 




 
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